Chronik

 

Aus Mangel an Bläsern bei Zuchtschauen und Gebrauchsprüfungen wurde am 22.4.1990 zur Selbsthilfe gegriffen. Spontan wurde eine Bläsergruppe gegründet. Zehn freiwillige meldeten sich, die das Jagdhornblasen lernen wollten. Zur Übungsleiterin wurde Heidrun Odenweller "verdonnert", die selbst als Siebenjährige im damals schon einmal bestehenden Bläserchor die Kunst des Jagdhornblasens erlernte und somit den anderen "Willigen" einen Schritt voraus war. 

Wie in jeder Gruppe wechselte sich im Laufe der Jahre die Bläserstärke. Von einst 10 Anfänger über später eine Stärke von 24 Bläsern sind es heute 15 aktive Bläser. Von den zehn Freiwilligen die sich damals begeistert meldeten, sind außer Frau Odenweller noch zwei dabei. Das sind: Heidi Herbst und Renate Lotz.

Das interessante an unserer Bläsergruppe ist bis heute die dominierende Damenstärke. Vielleicht gerade deshalb wird unserer Bläsergruppe ein besonders harmonischer Ton nachgesagt, da die Damen erfahrungsgemäß etwas leisere Töne anschlagen.

Ich erinnere mich, dass der erste Auftritt unserer Gruppe bereits vier Wochen nach der Gründung, anlässlich unserer Vereins-Teckelzuchtschau, stattfand. Heidrun Odenweller, Meike Lotz und Peter Tiedt gehörten zu den "Fortgeschrittenen" und traten zu dritt auf, um die Begrüßung zu blasen. (Das bei diesem Stück die Wiederholungen und noch so manches fehlte, merkten wir erst Jahre später auf einem Videofilm). Anschließend durften alle anderen Anfänger noch "Aufbruch zur Jagd" und "Anblasen des Treibens" blasen. Mehr konnten wir damals nicht.

Knapp zwei Jahre später, die Gruppe war nun schon auf 13 Bläser angewachsen, hatten wir unseren ersten großen Auftritt bei der Jagdmesse in Frankfurt. 

Nach dem Motto "es blasen die Hörner, es zittern die Knie..." standen wir kreidebleich auf der Bühne und wurden von Herrn Müller, dem Vorsitzenden des 1. Frankfurter Jagdvereins mit den Worten begrüßt: " er freue sich dem Publikum mitzuteilen, dass nicht nur die Jäger, sondern auch die Teckelfreunde (von denen natürlich auch mehr als die Hälfte der grünen Zunft angehören) das Jagdhornblasen pflegen". Zuvor hatte Heidrun Odenweller mit sechs anderen Chorleitern darum "gefeilscht", wer welchen Marsch bläst. Uns allen war klar, wir mussten unbedingt den "Jägermarsch Nr. 3", die "Teckelfanfare" und "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" als Vortrag bekommen, denn was Anderes konnten wir noch nicht. Im nachhinein gesehen, hatten wir damals wirklich Mut gezeigt. Stolz sei an dieser Stelle gesagt, dass wir nach fehlerfreiem Blasen unter Riesenapplaus von bestimmt 500 Zuhörern die Bühne erleichtert verließen. Als wir wieder Farbe im Gesicht hatten, waren wir uns alle einig, falls sich diese Gelegenheit noch einmal ergibt, sind wir auf jeden Fall wieder dabei. Tatsächlich wurden wir im Laufe der Jahre zur festen Einrichtung auf dieser Jagdmesse. Selbst den Umzug der Messe nach Wiesbaden konnte uns nicht daran hindern, dort aufzutreten.

Es folgten viele Auftritte bei denen für unsere Bläser immer die Repräsentation der DTK Gruppe Friedberg/Bad Nauheim im Vordergrund stand. Bei der Teilnahme am ersten hessischen DTK Bläserwettbewerb belegten unsere Bläser 1996 souverän den ersten Platz und holten sich damit den Titel "Hessenmeister".

Natürlich gab es auch lustige Auftritte, ich denke da an die Hochzeit eines Försters im Spessart. Nicht nur das Brautpaar war wunderschön anzusehen, sondern auch wir, die Bläser in unseren neuen Kleidern. Nur zu den Füßen durfte man nicht sehen, denn wir standen alle knöchelhoch im Schlamm. Oder der Auftritt an einer Fuchsjagd auf der Wintermühle in den Anfangsjahren. Da uns ein Bläser fehlte, "borgten" wir uns Gottfried Ellinger aus. Erst mussten wir zwei Stunden vom Büffet essen, dann wurden wir im Kofferraum transportiert. Als wir während des Blasens den Pferden nachschauten, nach dem Motto, "ach wo laufen sie denn", brachten wir keinen vernünftigen Ton mehr aus dem Horn. Ein gutes hatte dieser Auftritt, den Gottfried Ellinger haben wir heute noch.

Nicht schlecht gestaunt haben wir, als wir nach einer Einladung zur Eröffnung des Jagdmuseums in Kranichstein im hessischen Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Das auch der Bekanntheitsgrad, nicht zuletzt wegen der Leistung gestiegen ist, verdeutlichen die Einladungen in den letzten Jahren. Eine Auszeichnung für uns war die Einladung zum Sternblasen an der Frankfurter Paulskirche und der Auftritt anlässlich einer Wohltätigkeitsveranstaltung bei einer Hubertusmesse im Frankfurter Dom. Selbst Goethe zu Ehren folgten wir der Einladung der Frankfurter Freunde in das Historische Museum in Frankfurt und traten dort neben namhaften Künstlern der Frankfurter Oper auf.

Ebenso gerne traten wir bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung zur Erhaltung der Salinen im Kurpark von Bad Orb und zur Aufstellung des Weihnachtsbaumes am Frankfurter Römer an.

Seit 1990 trifft sich unser Bläsergruppe regelmäßig jeden Mittwoch zur Übungsstunde.

Zu unserem Repertoire gehören alle deutschen Jagdsignale für Fürst Pless- und Parforcehörner in B und ES, ebenso eine große Anzahl an Jägermärschen, Jagdfanfaren und Liedstücken, teilweise auch gemischte Stücke  in B- und Es Dur.


Im Jahr 2003 haben wir mit dem zusätzlichen Aufbau einer reinen ES-Horn Gruppe zur musikalischen Gestaltung der Hubertusmese begonnen.

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